Stress verstehen und bewältigen – wie dein Nervensystem Balance findet

Stress – ein bekanntes, gehyptes, gehasstes Wort und zugleich ein Phänomen, das uns alle betrifft.
Kann Stress auch gut sein? Ja – solange er uns anregt, motiviert und flexibel hält.
Aber wann wird er zu viel? Wann kippt er von fördernd zu belastend?
Stress kann sich auf viele Weisen zeigen – körperlich, emotional, im Denken oder im Verhalten.
In der Positiven Psychotherapie sprechen wir von vier Lebensbereichen, in denen wir aus der Balance geraten können:
🧠 Körper, 💼 Leistung, 🤝 Kontakte und 🌱 Sinn.
Vielleicht spürst du den Druck besonders im Bereich Leistung – in der Arbeit, im Haushalt oder in der Kindererziehung.
Oder du fühlst dich überfordert von den vielen Reizen um dich herum: Nachrichten, Erwartungen, dem ständigen Anspruch, nichts zu verpassen und immer am Laufenden zu bleiben.
Dazu kommt oft der subtile Druck, gut auszusehen, interessant zu sein oder mithalten zu können.

All das sind Formen von Stress – oft schleichend, manchmal kaum wahrnehmbar,
bis Körper und Seele beginnen, deutliche Signale zu senden.
Genauso wie wir im Balancemodell der Positiven Psychotherapie zwischen den vier Lebensbereichen – Körper, Leistung, Kontakt und Sinn – nach Ausgleich suchen,
arbeitet auch unser Körper an einem inneren Gleichgewicht.
In der Stressforschung nennt man dieses Prinzip Allostase – Stabilität durch Veränderung.
Unser Nervensystem passt sich ständig an innere und äußere Anforderungen an, um Balance zu bewahren.
Doch wenn diese Anpassung zu lange gefordert ist, kann sie selbst zur Belastung werden.
Wenn dieses Gleichgewicht kippt – durch anhaltenden Stress, Überforderung oder ständige Anspannung – gerät das ganze System aus der Balance.
Der Körper kann seine Regulation nicht mehr aufrechterhalten, was zu Erschöpfung und vielfältigen Symptomen führt:
von Burnout und depressiven Zuständen bis hin zu psychosomatischen Beschwerden wie Schlafstörungen, Verspannungen oder Schmerzen.

All das sind Zeichen eines Nervensystems, das zu lange versucht hat, stark zu bleiben.
Entspannung muss oft erst wieder gelernt werden
Unser Nervensystem braucht Zeit, Raum und Wiederholung, um Sicherheit in der Ruhe wiederzuerlangen.
Neurobiologisch betrachtet interpretiert das Gehirn zunächst alles Ungewohnte als potenzielle Bedrohung.

Erst durch wiederholte, sichere Erfahrungen – etwa durch bewusste Atmung, achtsame Bewegung oder soziale Nähe –
kann es neue Verknüpfungen bilden und lernen:
„Ich darf loslassen, ohne in Gefahr zu sein.“
Hinweis:
Dieser Text dient der psychoedukativen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
5-Sitzungen-Paket: Stress verstehen und regulieren
Dieses Paket richtet sich an Menschen, die lernen möchten,
Stresssymptome frühzeitig zu erkennen.
Es kombiniert Psychoedukation und psychologische Beratung – mit dem Ziel,
dein Nervensystem besser zu verstehen, Ressourcen zu stärken und mehr innere Balance zu erleben.
In fünf Sitzungen betrachten wir:
- Wie Stress im Körper wirkt (Allostase & Nervensystem)
- Persönliche Stressmuster in den vier Lebensbereichen (Körper, Leistung, Kontakt, Sinn)
- Ressourcenaktivierung und Selbstregulation
- Grenzen, Erholung, Achtsamkeit im Alltag
- Integration & Selbstfürsorge
📍 Präsenz in Berlin-Friedrichshain oder online
⏰ 3 Sitzungen à 50 Minuten | inkl. Erstgespräch – 210 Euro
➡️ Kostenloses Kennenlerngespräch (15 Minuten) buchen
Quellen und weiterführende Literatur
McEwen, B. S. (1998). Protective and damaging effects of stress mediators. The New England Journal of Medicine, 338(3), 171–179. https://doi.org/10.1056/NEJM199801153380307
McEwen, B. S., & Wingfield, J. C. (2003). The concept of allostasis in biology and biomedicine. Hormones and Behavior, 43(1), 2–15. https://doi.org/10.1016/S0018-506X(02)00024-7
Peseschkian, H., & Remmers, A. (2016). Positive Psychotherapie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Porges, S. W. (2011). The polyvagal theory: Neurophysiological foundations of emotions, attachment, communication, and self-regulation. New York: W. W. Norton & Company.

